Was ist ein Trauma ?

Traumatherapie und Psychotrauma werden in den Medien und in der Literatur oft gleichbedeutend behandelt. Die Psychotraumatologie ist ein eigenständiger Zweig der Psychotherapie. Sie befasst sich mit der Erforschung und Behandlung seelischer Verwundungen (Traumata). Ein Psychotrauma ist eine seelische Wunde, die auf einzelne oder mehrere Ereignisse zurückgeht, bei denen im Zustand von extremer Angst und Hilflosigkeit die Verarbeitungsmöglichkeiten des Individuums überfordert waren. Grundsätzlich können alle Ereignisse ein Trauma auslösen, besonders dann, wenn es Spuren im zentralen Nervensystem hinterlässt und es eine existenzbedrohende Wirkung auf das Individuum hat. Die drei wichtigsten diagnostischen Kriterien für „posttraumatische Belastungsstörungen” (ICD-10), sind Einbrüche von Trauma-Material in den Alltag (Intrusionen), Vermeidung (Avoidance) und Übererregung (Hyperarousal). Ob jemand traumatisiert wird oder nicht, hängt jedoch von den persönlichen Vorbedingungen, den individuellen Bewältigungsstrategien (Resilienzforschung) und der neuroplastischen Potenz des Gehirns (Konstruktion der Wirklichkeit) ab.

Was ist TraumaSomatics ?

In den letzten Jahren hat sich ein vielversprechender Ansatz entwickelt, der davon ausgeht, dass PTBS auf stressinduzierte biochemische Veränderungen im zentralen Nervensystem zurückzuführen ist. Insbesondere Van der Kolk und Friedman sehen in der „erlernten Hilflosigkeit”, zum Beispiel nach einem unausweichlichen Schock, eine noradrenalinbedingte Hypersensibilität. Ein Grund hierfür sieht man in der pathologischen Informationsverarbeitung (Blockierung) des Gehirns. TraumaSomatics nutzt die neuerdings gewonnene Fülle an neurophysiologischen Erkenntnissen über Traumatisierung (Somatic Experiencing, Sensorimotor Psychotherapy) und verbindet sie mit einem achtsamkeitsbezogenen Ansatz (Hakomi).                                                        
 

Warum körperorientiert ?

Für ein wirkungsvolles Erinnern und die Freigabe der traumatischen Überreste spielt der Körper eine zentrale Rolle. Die Unfähigkeit, bedrohliche Situationen zu lösen, ist im Körper und seinen Strukturen „eingefroren” und bildet auf diese Weise ein Element des Körpergedächtnisses. Die therapeutische Freisetzung solcher körperlicher Muster ruft oft eine tiefe Erinnerung an auslösende Ereignisse hervor. Ein auffallender Aspekt dabei ist die offensichtlich körperliche Miteinbeziehung des Klienten in das Ereignis.

Peter Levine führte mit seiner Methode „Somatic Experiencing” die Körperebene in die Traumatherapie ein. Mit seinem Modell der Stress- und Trauma-Aktivierung fokussierte er sich auf die Vorgänge des Nervensystems. Er beschrieb Traumasymptome als Folge von Energie, die während der Überwältigung durch das Trauma nicht entladen werden konnte und daher im Nervensystem gefangen ist.

Die Einbeziehung des „körperlichen Erinnerungsfeldes” wird auch in den aufsehen- erregenden Arbeiten zur Traumatherapie durch eine psychiatrische Forschergruppe unterstrichen, die sich um den Harvard Professor Bessel van Der Kolk und Judith Herman organisieren. Sie heben hervor, dass das limbische System des Gehirns und dessen sensorimotorische Bahnen für das Speichern der traumatischen Erinnerungen verantwortlich sind und nicht die verbale Region des Kortex wie bei normalen Erinnerungen. Das Thesenpapier von van Der Kolk heißt dementsprechend „the body keeps the score”.

TraumaSomatics (TS) ®

Die Effektivität der traumatherapeutischen Methode Traumasomatics® beruht auf der Reorganisation des Körpergedächtnisses und der zunehmenden Lösung der im Körper vorhandenen Spuren des Traumas. Dazu tragen neben der Entspannung des Nervensystems auch die im therapeutischen Prozess in den Körperstrukturen ablaufenden Veränderungen bei. Ein wesentliches Kennzeichen der therapeutischen Methodik ist die Arbeit mit der Körperempfindungsebene und mit den Erinnerungssystemen. Dabei spielt die Arbeit mit der Ereigniserinnerung über das Körpergedächtnis eine wichtige Rolle für die Integration des Traumas. Über die Gewohnheitserinnerung kann Zugang zu traumainduzierten Verhaltensmustern gefunden werden und es können Fähigkeiten als wichtige Ressource etabliert werden, die semantische Erinnerung unterstützt den Klienten in seiner Autonomie und im Umgang mit Stress und Trauma.

TS und Achtsamkeit

Die eigentliche Trauma – Therapie beginnt mit der behutsamen Ressourcenarbeit (Selbstheilungskräfte). Durch das Studium der Körperempfindungsebene können wichtige Reorganisationsphasen des Körpergedächtnisses erkannt werden. Sie begleiten den innerlichen Entkopplungs- und Lösungsprozess. Die im Trauma gebundenen Energien stehen als körperliche Fähigkeit wieder zur Verfügung.

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